Warum erfolgreiche Unternehmen ihren Haushalt für 2026 schon jetzt in den Papierkorb werfen




Die Welt steht aufgrund geopolitischer Spannungen und explodierender Energiepreise Kopf. Muss der Haushalt für 2026 nun schon wieder überarbeitet werden? In diesem Expertenblog erklärt Ronald Batenburg, warum die traditionelle Haushaltsplanung nicht mehr funktioniert.
Das erste Quartal 2026 ist schon wieder vorbei. Wie sieht es mit deinem Budget aus? Ein Budget, das in vielen Fällen in der Zeit von, sagen wir mal, September bis einschließlich November 2025 erstellt wurde. Das kommt einem schon wieder wie eine Ewigkeit vor. Und in gewisser Weise ist das natürlich auch so.
Zu diesem Zeitpunkt waren die Preise beispielsweise für ein Barrel Brent-Öl bereits wieder deutlich gesunken, und damit auch das Preisniveau aller damit verbundenen Produkte. Bei vielen Rohstoffen waren die Preise sogar wieder auf das Niveau vor der Coronakrise zurückgefallen.
Zudem hielt sich die tatsächliche Wirkung des „Liberation Day“ in den USA am 2. April 2025 – dem Tag, an dem Präsident Trump ein umfassendes Paket von Einfuhrzöllen ankündigte – in den Monaten nach dem Sommer in Grenzen. Die Idee dahinter war, Länder dazu zu zwingen, für die USA vorteilhaftere Handelsabkommen abzuschließen. In Wirklichkeit wurden jedoch nur wenige Abkommen geschlossen, und viele Zölle wurden inzwischen bereits wieder zurückgenommen. Zudem waren es die Amerikaner selbst, die dafür den Preis zahlten.
Im Rückblick der ERA Group, bei der ich als Berater tätig bin, auf das Jahr 2025 stand wörtlich folgender Text: „Nach einigen turbulenten Jahren sorgte das Jahr 2025 in vielen Kostenkategorien für ein vorsichtiges Gefühl der Normalisierung. In einigen Bereichen sanken die Preise, während sie in anderen stabil blieben.“
Für viele Unternehmen waren dies daher Anzeichen dafür, für das Jahr 2026 ein Wachstum sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn einzuplanen, wenn auch mit einer gewissen Vorsicht. Schließlich herrschte in der Weltwirtschaft und in der geopolitischen Lage noch immer erhebliche Unsicherheit.
