Können Nachhaltigkeit und Kostenoptimierungen Geht das Hand in Hand? Diese Frage beschäftigt Alain D'Haese von der Eventagentur Easyfairs schon seit Längerem. „Vor der eigenen Haustür zu kehren ist effektiv; aber man kann mehr erreichen, indem man Kunden und Lieferanten in den Nachhaltigkeitsprozess einbezieht“, sagt Klimaexperte Serge De Gheldere, CEO von Futureproofed.
Welcher Zusammenhang besteht zwischen Nachhaltigkeit und Kostenoptimierungen ?
Alain D'Haese, COO & Leiter Veranstaltungsorte Easyfairs Belgien: „Unser Kerngeschäft ist die Organisation von Veranstaltungen. Die Frage ist: Wie gestalten wir das nachhaltig? Denn heute bleibt uns keine andere Wahl, als Nachhaltigkeit zu berücksichtigen. Einerseits werden wir vom Gesetzgeber dazu angehalten, beispielsweise durch die Umstellung des Fuhrparks auf umweltfreundlichere Technologien.“ ERA Group Das bietet uns nachhaltige Unterstützung. Andererseits muss man als Unternehmen in diesem Bereich auch bewusst handeln. Vor einem Jahr haben wir eine Maschine gekauft, die hunderttausend Euro teurer war als die anderen Optionen, aber sie verbrauchte weniger Energie. Wir haben uns bewusst für die teurere Lösung entschieden. Wer sich für umweltfreundliche Lösungen entscheidet, wird die Investition langfristig wieder hereinholen.
Serge De Gheldere, CEO von Futureproofed: „Ich denke, der Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeit und Kostenoptimierungen Das ist doch klar. Die Erschöpfung von Rohstoffen und die Zerstörung von Ökosystemen sind die Folge von schlechtem Management. In vielen Fällen ist erneuerbare Energie mittlerweile auch die günstigste Energieform. Es geht also nicht mehr um Idealismus oder unternehmerische Sozialverantwortung.
Wer das Gesamtbild im Blick behält, sich von Spezialisten wie ERA beraten lässt, die richtigen Schritte in der richtigen Reihenfolge unternimmt und alle Kosten und Nutzen berücksichtigt, kann viel Geld sparen – bei Energie, Material und CO₂. Manchmal führt eine etwas höhere Investition zu niedrigeren Gesamtbetriebskosten und manchmal sogar zu geringeren Investitionskosten.
Welche Rolle spielt der Green Deal in diesem Zusammenhang?
Serge De Gheldere: „Ein wichtiger Bestandteil des Green Deals ist der CO₂-Fußabdruck. Futureproofed befürwortet, diesen in die Bilanzen einzubeziehen und die größten Kostenfaktoren wie Material, Energie und Mobilität genau zu analysieren. Beispielsweise haben wir einen der ersten CO₂-Fußabdrücke für den Schuhhersteller Torfs erstellt. Dieser hat den von uns entwickelten Fahrplan konsequent umgesetzt.“ Einsparungen Das führte dazu, dass sie einen internen Fonds einrichteten. Mit diesem Fonds werden sie den Folgeprozess vorfinanzieren.
Alain D'Haese: „Wir arbeiten mit wiederverwendbaren Ständen; das bedeutet, dass wir fast kein Material wegwerfen. Ein Aussteller baut seinen Stand ab, und ein anderer kommt wenige Stunden später, um genau denselben wieder aufzubauen – das ist wirklich erstaunlich. Die Stände bleiben an Ort und Stelle; der Aussteller nimmt lediglich seine Logos mit. Das spart eine Menge Geld. Oftmals haben die höchsten Kosten den größten Einfluss auf die CO₂-Emissionen.“
Wir haben kürzlich 2 Millionen Pfund in Ausrüstung investiert, die wir zuvor gemietet und von verschiedenen Lkw und Lieferanten aus anderen Lagern zu uns transportiert haben. Jetzt müssen wir die Ausrüstung nur noch innerhalb unseres Lagers bewegen. Dafür nutzen wir einen Elektrogabelstapler. Wir werden diese Investition in vier Jahren amortisieren; und ERA hat uns außerdem dabei unterstützt, nachhaltiger zu werden. Einsparungen bei anderen Kostenfaktoren wie Energie und Heizung/Klimaanlage.
Serge De Gheldere: „Die eigene Haustür zu reinigen ist effektiv. Richtig interessant wird es aber erst, wenn man – wie Easyfairs – neue Produkte und Dienstleistungen anbietet, die die eigenen Aktivitäten nachhaltiger gestalten und den Kunden den Weg zu einer CO₂-Reduzierung ebnen. Dann ist man der Konkurrenz einen Schritt voraus. Das wird auch die Gewinner von den Verlierern trennen. Unternehmen, die agil und anpassungsfähig sind und sich immer wieder neu erfinden, werden davon profitieren.“
Wo liegt der Machbarkeitsfaktor für Unternehmen?
Serge De Gheldere: „Es gibt keine Standardlösung: Machen wir es jetzt oder nicht? Ist es schwierig oder teuer? Bei vielen der großen Dinge, die wir jetzt tun müssen, ist der wirtschaftliche Nutzen klar. Bei anderen Dingen wird es teurer sein; aber die Unternehmen müssen es einfach tun, um die Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesellschaft abzuwenden.“




























































































