Peinliche Gespräche über die Marge
Es gibt Posten innerhalb der Kostenstruktur, die etwas gemeinsam haben.
Sie gehören niemandem im Besonderen.
Sie fallen nicht in den Verantwortungsbereich einer einzelnen Abteilung.
Die operative Abteilung nutzt den Service. Die Finanzabteilung begleicht die Rechnungen. Der Einkauf greift bei Bedarf ein. Doch niemand hat ihn wirklich im Griff. Und so vergehen die Jahre.
Jede Abteilung trifft kleinere Entscheidungen. Ein neuer Lieferant für ein Werk. Eine Dienstleistung, die vom Marketing beauftragt wird. Ein Tool, das von der IT installiert wird. Mit der Zeit werden diese Ausgaben Teil der Kostenstruktur, als wären sie dauerhaft.
Nicht etwa, weil jemand beschlossen hätte, es so beizubehalten. Sondern weil es mehrere Teams betrifft und letztendlich operativ gesteuert wird. Alles scheint in Ordnung. Bis jemand genauer hinsieht. Und dann tauchen die bekannten Probleme auf: zu viele Anbieter für dieselbe Dienstleistung, unterschiedliche Preise innerhalb desselben Unternehmens, Verträge, die ohne Überprüfung verlängert werden, doppelte Tools, sich überschneidende Versicherungsdeckungen.
Es ist kein Verhandlungsproblem. Nicht, weil die Verhandlungen schlecht gelaufen wären, sondern weil niemand das große Ganze im Blick hatte.
Und genau da liegt meist das Problem. Es geht nicht um die Preisgestaltung. Es geht darum, dass diese Ausgabe nicht als Kategorie geführt wird. Wenn ein Ausgabenposten keinem klaren Verantwortlichen zugeordnet ist, fehlt ihm auch die strategische Überprüfung. Und wenn das passiert, wird er nicht mehr überprüft.
Und in vielen Fällen entsteht genau dort etwas Interessantes. Mehr Marge als es schien.






























































































