
Jahrelang war Microsofts Enterprise Agreement (EA) das Standard-Lizenzmodell für große Unternehmen. Seine Attraktivität beruhte auf planbaren Preisen, flexibler Bereitstellung und vor allem auf hohen Rabatten für Unternehmen mit Tausenden von Lizenzen. Doch ab dem 1. November 2025 endet diese Ära. Microsoft schafft das gestaffelte Preismodell ab, das bisher Skalierung belohnte. Ab diesem Datum zahlen alle Unternehmen unabhängig von ihrer Größe den „Level A“-Preis. Das bedeutet, dass Unternehmen, die bisher Rabatte von 6–12 % (oder mehr) erhielten, bei der Verlängerung ihres Vertrags mit spürbaren Kostensteigerungen rechnen müssen.
Und nicht nur die Preise ändern sich. Microsoft schränkt auch die Verlängerung von Enterprise Agreements für kleinere Organisationen ein. Unternehmen mit weniger als 2.400 Lizenzen können möglicherweise gar kein neues Enterprise Agreement mehr abschließen und werden dadurch auf alternative Modelle wie das Cloud Solution Provider (CSP)-Programm oder den Microsoft Customer Agreement for Enterprise (MCA-E) zurückgeführt.
Warum nimmt Microsoft diese Änderung vor?
Microsofts erklärtes Ziel ist „Preiskonsistenz“. Indem große und kleine Kunden die gleichen Online-Dienstleistungstarife zahlen, vereinfacht das Unternehmen sein Preismodell und fördert die Nutzung seiner moderneren, flexibleren Lizenzmodelle wie CSP. In der Praxis bedeutet dies jedoch, dass viele Unternehmen mit höheren Kosten und weniger Auswahlmöglichkeiten konfrontiert sein werden.
Was bedeutet das für Sie?
Größere Organisationen: Rechnen Sie bei der Vertragsverlängerung mit Budgeterhöhungen; insbesondere wenn Sie zuvor von Rabatten der Stufen B bis D profitiert haben.
Kleinere Organisationen: Möglicherweise müssen Sie vor Ablauf der Verlängerungsfristen vollständig von EA auf CSP oder MCA-E umsteigen.
Für Käufer von On-Premises-Software: Die gute Nachricht ist, dass sich die Preise für unbefristete Softwarelizenzen nicht ändern; zumindest vorerst.
Was sollten Sie als Nächstes tun?
- Prüfen Sie Ihr Verlängerungsdatum. Wenn Ihre EA vor November 2025 verlängert wird, können Sie sich möglicherweise einen weiteren Zyklus mit vergünstigten Preisen sichern.
- Ermitteln Sie die Kostenauswirkungen. Ermitteln Sie, wie stark Ihre Rechnung bei einer Pauschalpreisgestaltung voraussichtlich steigen wird.
- Prüfen Sie Alternativen. CSP bietet oft mehr Flexibilität bei der Abrechnung, kürzere Vertragslaufzeiten und zusätzliche Partnerdienstleistungen, die den Verlust von EA-Rabatten ausgleichen können.
- Verhandeln Sie frühzeitig. Wenn Sie vor Ihrer Verlängerung mit Microsoft oder einem Lizenzpartner Kontakt aufnehmen, haben Sie mehr Verhandlungsmacht und Zeit, Ihre Optionen zu prüfen.
Fazit

Die Änderungen von Microsoft am Enterprise Agreement (EA) stellen einen bedeutenden Wandel in der Art und Weise dar, wie Unternehmen ihre Cloud-Dienste erwerben und verwalten. Während das neue Modell die Lizenzierung für Microsoft vereinfacht, schafft es Unsicherheit – und potenziell höhere Kosten – für Kunden. Erfolgreiche Unternehmen werden diesen Moment nutzen, um ihre Lizenzierungsstrategie zu überdenken. Anstatt die EA-Änderung als unvermeidbare Kostensteigerung zu betrachten, kann sie als Anstoß dienen, einen flexibleren und moderneren Lizenzierungsansatz zu verfolgen, der besser zu den sich schnell wandelnden Geschäftsanforderungen von heute passt.

















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