In einem Jahr, das für die meisten Unternehmen und Familien eine große Belastung darstellte, war der Rückgang der Strompreise eine der wenigen guten Nachrichten. 2020 war das günstigste Jahr seit Beginn der Vergleichbarkeit der Marktdaten (2007). Niedrige Preise allein reichen jedoch nicht aus, damit Unternehmen und Haushalte direkt davon profitieren; nur diejenigen, die ihre Verträge neu verhandelten oder den Anbieter wechselten, konnten davon profitieren.
Für viele ist ein Wechsel des Stromanbieters nach wie vor eine beängstigende Vorstellung. Sie befürchten Stromausfälle, Versorgungsstörungen oder einen schlechten Kundenservice. In Wirklichkeit ändert sich angesichts der Art und Weise, wie das Stromversorgungssystem aufgebaut ist, kaum etwas anderes als die Frage, wer die Rechnung ausstellt und einzieht.
Wie funktioniert das System also? Strom ist ein Rohstoff, der auf dem freien Markt gehandelt wird (OMIE für Tagespreise und OMIP für Terminkontrakte). Seine Erzeugung und Verteilung konzentriert sich auf wenige Akteure, doch seine Vermarktung verteilt sich auf viele, die dies in einem wettbewerbsorientierten Markt tun. Es gibt 38 von der ERSE (der Regulierungsbehörde für Energiedienstleistungen, der Branchenaufsichtsbehörde) zugelassene Anbieter, die in Portugal tätig sind. Auch wenn nicht alle von ihnen alle Segmente bedienen, stehen Ihnen sicherlich mehr als 20 zur Auswahl, egal ob Sie eine Familie, ein großes oder ein kleines Unternehmen sind.
Diese Vielzahl an Wettbewerbern führt dazu, dass sich die zu einem bestimmten Zeitpunkt angebotenen Preise rasch an die Marktbedingungen anpassen, unabhängig davon, ob diese steigen oder fallen.
Wie wir gesehen haben, war 2020 ein Jahr mit niedrigen Preisen, sodass diejenigen, die auf den Markt gingen, davon profitieren konnten.
Falls Sie Ihre Preise im Jahr 2020 nicht angepasst haben, empfehle ich Ihnen, dies jetzt zu tun. Obwohl die Preise in der zweiten Jahreshälfte gestiegen sind, bewegen sie sich weiterhin auf einem historisch gesehen attraktiven Niveau.
Für diejenigen, die es sich bereits zur Gewohnheit gemacht haben, jedes Jahr die Marktlage zu beobachten, bleibt das Preisniveau im Vergleich zu den letzten Jahren attraktiv. Was in den kommenden Monaten geschehen wird, hängt nicht nur von den üblichen Produktionsfaktoren ab, die die Preise beeinflussen (Wind, Regen, Gas, Öl, Betrieb von Kernkraftwerken, CO₂-Zertifikate), sondern vor allem von der Konjunkturentwicklung, dem wichtigsten Einflussfaktor für die Energienachfrage.
Wie wird sich die Wirtschaft im Jahr 2021 entwickeln? Das ist die große Unbekannte, die nur eine besonders präzise Kristallkugel enthüllen könnte. Der Komiker George Carlin sagte einmal: „Die Wettervorhersage für heute Abend: dunkel.“ Dieser Prognosehorizont scheint für die Zeiten, in denen wir leben, durchaus passend zu sein. Da es keine magischen Methoden gibt, ist die Optimierung aller Kosten – einschließlich der Energiekosten – eine sichere Wahl.




























































































